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Politische Bildung und kreative Biografiearbeit – wie passt das zusammen?

Das Beschäftigen mit der eigenen Biografie ist aus meiner Sicht immer auch ein Beschäftigen mit gesellschaftlichen Zusammenhängen. Die Biografie – der Lebensweg jedes und jeder einzelnen von uns – ist ein Zweig im Geäst unseres gemeinschaftlichen Lebens.

So war für mich in mehr als  10 Jahren Coaching- und Seminararbeit mit autobiografischen Schreibgruppen immer sehr spannend zu erleben, wie sich in Biografien die Zeitgeschichte widerspiegelt und umgekehrt: Zeitgeschichte durch einzelne beeinflusst und gestaltet werden kann. Ich erlebte, wie einzelne Menschen, oft auf stille und kaum sichtbare Weise Einfluss nahmen auf die Welt, die sie umgab. Frauen und Männer, die ihre Welt gestalten und verändern, indem sie achtsam sind auf die Reibungen und Missstände, die das gemeinschaftliche Leben belasten, und dabei unangepasst und widerständisch ihr „Ding“ machen. Eine Grundschullehrerin, die mit ihren Kindern, die zum größten Teil noch nie verreist waren, auf Ferienfahrt geht. Ein Cafébetreiber, der durchsetzt, dass der Platz vor seiner Haustür nach einem jüdischen Widerstandskämpfer benannt wird. Eine Historikerin, die Stolpersteine initiiert, eine ehemalige Krankenschwester, die Konzerte für Demenzkranke organisiert.

Und was hat dieses Engagement – was hat die eigene Berufswahl mit der Familiengeschichte und den persönlichen Erfahrungen der jeweiligen Person zu tun? Warum bin ich die, die ich geworden bin? Solche und andere Fragen gemeinsam zu erforschen, sich selbst und der eigenen Zeit auf die Spur zu kommen – dazu möchte ich mit meinen Veranstaltungen einladen.

Aktuelle Veranstaltungen

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Seminarmethoden vorgestellt: Das Begleitbuch

Mit einem „Begleitbuch“ können wir auf besondere Weise Abstand zu unserer Arbeit gewinnen und neue Zugänge zu ihr finden.

Seminarmethode Begleitbuch Beispiel

Beispiel für ein Begleitbuch

Gerade in schreib- und denkintensiven Seminaren kann es wohltuend sein, Methoden des kreativen Gestaltens zu nutzen – und so den Kopf wieder frei zu machen, einen neuen Blick auf das Geschehen zu bekommen, sich des eigenen Erlebens bewusst(er) zu werden. Ein „Begleitbuch“ ist eine spielerische und häufig sehr überraschende Kreativmethode zur Reflektion des persönlichen Erlebens von (längeren) Seminaren oder Projekten.

Hierbei wird ein ausrangiertes Buch als Oberfläche genutzt und etwas Neues daraus gestaltet, das die Arbeits- und Lebenszeit während des Seminars abbildet. Die ursprünglichen Inhalte des Buches – Grafiken, Textabschnitte, Wörter, ja einzelne Zeichen können transformiert werden und neue Bedeutung gewinnen. Wir treten in Dialog mit dem Alten und inspirieren uns zu Neuem.

Methode nach: Udo Baer „Gefühlssterne, Angstfresser, Verwandlungsbilder. Kunst- und gestaltungstherapeutische Methoden und Modelle.“ (2014 in 8. Auflage bei Semnos erschienen)

Diese und weitere kreative Methoden verwende ich in meinen Seminaren und Schreibtrainings.

 

 

Seminarmethode Begleitbuch Beispielbild

Seminarmethode Begleitbuch Beispielbild

Seminarmethode Begleitbuch Beispielbild

Seminarmethode Begleitbuch Beispielbild

 

 

 

 

 

 

 

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Blick zurück – was ich mit Paula Panke zu tun habe

Frauenzentrum Paula Panke e.V.

Im Norden Berlins – im Bezirk Pankow gibt es seit über 20 Jahren das Frauenzentrum Paula Panke: ein Ort, an dem seit seiner Gründung lebendige Frauengeschichte gelebt und gestaltet wird und mit dem ich als Pankowerin seit 1998 eng verbunden bin. In den ersten Jahren nutzte ich (dankbar) das Projekt der flexiblen Kinderbetreuung ebenso wie Paulas Rechtsberatung und besuchte zahlreiche Veranstaltungen. Mein gesellschaftliches Engagement in Form der Mitarbeit im Vorstand bei Paula Panke habe ich dann Anfang 2010 aufgenommen.

Frauenpolitik zum Mitmachen: Die Bildungsreihen im Frauenzentrum Paula Panke

Im Sommer 2012 endete bei Paula Panke die zweijährige Projektreihe „Dach überm Kopp, welche sich mit alternativen Lebens- und Wohnmodellen von Frauen in Berlin beschäftigte. Für die nächste Projektreihe wählten wir nun das Thema „Überlebenskünstlerinnen, das einige Anknüpfungspunkte zur Vorhergehenden bot, aber auch neue Räume eröffnete, sich mit den Lebenswegen und Ideen des (Über-) Lebens von Frauen zu befassen.

Ausstellungsprojekt zu 25 Jahre Mauerfall: Ostdeutsche Frauen werden sichtbar

Aufbau der Ausstellung „Ostdeutsche Frauen werden sichtbar“ zum 8. März 2014 – 25 Jahre Mauerfall

„Überlebenskünstlerinnen“ ist eine sehr bunte, lebendige Reihe geworden mit einer beeindruckenden Zahl an Veranstaltungen, über die hier einiges mehr zu lesen ist. Im zweiten Jahr – 2014 – wurde die Reihe stark vom Thema DDR geprägt. Wir beschäftigten uns mit der Frage, wie es Frauen mit DDR-Wurzeln über die Wendezeit und in den nunmehr 25 Jahren danach ergangen ist. Wo und wie leben sie heute, was ist noch sichtbar? Im März beteiligten wir uns dazu an einem internationalen Fotoprojekt (Video-Dokumentation!) und veranstalteten dann fast monatlich Erzählcafés, die sehr gut besucht waren. Zum Jahresende und auch im Februar 2015 gibt es noch einige Veranstaltungen, die sich mit den Biografien von DDR-Frauen aus unterschiedlicher Perspektive beschäftigen. Sie werden u.a. realisiert durch das Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung.

Noch folgende Termine 2014/2015 im Überblick:

  • Mi., 12.11.14 / 19-21 Uhr
    Kinderlose Frauen in der DDR. Vortrag und Podiumsdiskussion im Frauenladen Paula in Weißensee, Langhanstr. 141, 10119 Berlin-Weißensee
  • Fr., 14.11.14 / 19.30-22 Uhr
    Biografietheater zur Ausstellung „Ostdeutsche Frauen werden sichtbar“ – Aufführung der Theatergruppe PAKT im Frauenzentrum Paula Panke, Schulstr. 25, 13187 Berlin-Pankow
  • Mi., 19.11.14 / 19-22 Uhr
    „Ihr Oller is nicht von hier“ Binationale Beziehungen in der DDR. Ort: Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung, Kottbusser Damm 72, 10967 Berlin-Kreuzberg
  • Mi., 18.02.15 / 19-22 Uhr
    Beziehungsmuster von Frauen aus der DDR – vor und nach der Wende. Vortrag und Podiumsdiskussion im Frauenzentrum Paula Panke, Schulstr. 25, 13187 Berlin-Pankow
  • Sa., 28.02.15 / 10-17 Uhr
    Beziehungsmuster von Frauen aus der DDR – vor und nach der Wende. Schreibworkshop im Frauenzentrum Paula Panke, Schulstr. 25, 13187 Berlin-Pankow

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Textfundstück „Der aufrechte Gang“

Textbeispiel für Kreative Schreibmethode "Schneeball"

© Textarchiv möllerscript, 2014

Jeden Morgen übe ich
den aufrechten Gang.
Öffne die Tür hinaus – balanciere
über den Horizont.
Atme am Mittag. Tanze dann
bis zum Abend
zeitenlos.

 

Dieser 9-Zeilen-Text wurde nach dem Prinzip „Schneeball“, einer kreativen Schreibmethode, geschrieben. Entstanden in einem Biografie-Workshop zum Thema „Erwachsene Kinder aus Suchtfamilien“.

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25 Jahre Mauerfall: Frauenpolitische Veranstaltungsreihe in Berlin

Ausstellungsprojekt zu 25 Jahre Mauerfall: Ostdeutsche Frauen werden sichtbarAm 9. November 2014 jährt sich zum 25. Mal der Fall der Mauer, der durch die friedliche Revolution in der DDR möglich wurde.

In Berlin werden die historischen Ereignisse und die Menschen, die hier mitgewirkt haben, auf vielfältige Weise erinnert und gewürdigt. Selbstverständlich auch an Orten, die sich mit frauenspezifischer Geschichte auseinandersetzen. Als Mitglied im Arbeitskreis Frauenpolitische Bildung am Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung wirke ich aus diesem Anlass an einer Veranstaltungreihe mit, welche DDR-Frauen und ihre Lebenswege in den Mittelpunkt rückt.

Porträtausstellung: Ostdeutsche Frauen werden sichtbar.

Ausstellungsprojekt zu 25 Jahre Mauerfall: Ostdeutsche Frauen werden sichtbarAusstellungsprojekt zu 25 Jahre Mauerfall: Ostdeutsche Frauen werden sichtbarAusstellungsprojekt zu 25 Jahre Mauerfall: Ostdeutsche Frauen werden sichtbar

 

 

 

 

 

Die Idee zu dieser Veranstaltungsreihe hat ihren Ursprung bereits zu Beginn diesen Jahres durch eine Initiative des Berliner Frauenzentrums Paula Panke e.V. Mit einer Ausstellung von 34 Frauenporträts unter dem Titel „Ostdeutsche Frauen werden sichbar“ beteiligte sich das Frauenzentrum an dem internationalen Projekt „Inside out“ des Künstlers J.R. Die Eröffnung der temporären Ausstellung in Berlin-Mitte am 8. März 2014 (Internationaler Frauentag) war der Beginn einer sehr persönlichen Art des Erinnerns und Würdigens von DDR-Frauen und ihrer Geschichte. Mehr über die Ausstellung erfahren Sie hier: East german women go public.

Ab 4. November 2014 werden die o.g. Frauenporträts als Wanderausstellung aufbereitet und mit Original-Zitaten der Porträtierten versehen im Rathaus Berlin-Pankow zu sehen sein. Hier gibt es mehr Infos zur Ausstellungseröffnung.

Erzählcafés „Gut angekommen?“ – Frauen mit DDR-Wurzeln erzählen ihre Geschichte

Begleitend zur der o.g. Porträtserie finden seit März 2014 ca. 1x monatlich Erzählcafés im Frauenzentrum Paula Panke statt. Im Mittelpunkt dieser Erzählcafés stehen jeweils zwei der porträtierten Frauen, die zu ihrer Geschichte befragt werden. Hierbei geht es neben den persönlichen Erfahrungen der Frauen grundsätzlich um die Frage: Wie haben Frauen aus der DDR den Übergang in die heutige Gesellschaft gemeistert – welche (Überlebens-) Wege sind sie gegangen? Was werden sie antworten auf die Frage: “Gut angekommen?”
Mit den Erzählcafés möchten wir Frauen aus verschiedenen DDR-Generationen einladen, sich (wieder) zu Wort zu melden und ins Gespräch zu kommen. Jüngere Generationen sind herzlich gebeten, an diesem Austausch teilzuhaben – und die eigene Sichtweise auf das Leben damals und heute einzubringen.

Moderation: Astrid Landero (Publizistin, Geschäftsführerin des Frauenzentrums Paula Panke)
Nächste Termine:
Mittwoch, 15.10.2014, 19 bis ca. 22 Uhr
Mittwoch, 05.11.2014, 20 bis ca. 22 Uhr
Ort: Frauenzentrum Paula Panke | Schulstraße 25 | 13187 Berlin-Pankow (S+U-Bhf. Pankow)
Eintritt: frei
Info und Anmeldung: frauenzentrum@paula-panke.de, Tel: 030 – 485 47 02

Aufbruch, Verlusterfahrung und Neubestimmung.
Biografiearbeit für Frauen mit DDR-Herkunft

Anknüpfend an das genannten Ausstellungsprojekt und die Erzählcafés werden im November zwei weitere Veranstaltungen zu diesem Thema stattfinden:

Kinderlose Frauen in der DDR – zwischen Selbstbestimmung und Diskriminierung
Vortrag und Podiumsdiskussion für Frauen

Veranstalter: Arbeitskreis frauenpolitische Bildung /Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Termin: Mittwoch, 12.11.2014, 19 bis ca. 22 Uhr
Ort: Frauenladen Paula in Weißensee | Langhansstraße 141 | 10119 Berlin
Eintritt: frei, Anmeldung nicht erforderlich
Mehr Informationen zur Veranstaltung: Kinderlose Frauen in der DDR – zwischen Selbstbestimmung und Diskriminierung

„Ihr Oller is nich von hier“
Binationale Beziehungen in der DDR – zwischen Reglementierung und Nische

Vortrag und Podiumsdiskussion

Veranstalter: Arbeitskreis frauenpolitische Bildung /Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Termin: Mittwoch, 19.11.2014, 19 bis ca. 22 Uhr
Ort: Frauenzentrum Paula Panke | Schulstr. 25 | 13187 Berlin-Pankow (S+U-Bhf. Pankow)
Eintritt: frei, Anmeldung nicht erforderlich
Mehr Informationen zur Veranstaltung: Binationale Beziehungen in der DDR