By

vom seidenen faden

deine perlenkette
ist nun entzwei

heute morgen auf der treppe zur untergrundbahn
als ich wie immer in eile
zwei stufen auf einmal nahm
riss sie sich los von mir

die grünen steine erlöst
vom seidenen faden
rannten mir die Brust herunter
und sprangen die stufen hinab
noch eiliger als ich selbst
und mit ihnen sprangen mir
tränen aus den augen
und ein schrei erstarrte im mund
vor entsetzen

wie ein automat lief ich
deinen perlen hinterher,
die lustig hierhin und dorthin hüpften
auf steinernen stufen und
noch warm von meiner haut
zwischen all den menschen
die zur arbeit strömten

eine einzige frau wandte sich um und begann
mir zu helfen die erinnerung an dich aufzulesen
sie gab mir eine handvoll
immerhin
und die worte sie habe
auch gerade jemanden verloren
das half

 


Dieser Text (und Bild) ist Bestandteil einer gemeinsamen Schreib-Challenge mit Brigitte Windt: „Schreiben im November. Berlin 30 Tage 30 Texte„.